Spieleabend Ursuppe

"@nerdgirl_de":https://twitter.com/nerdgirl_de hatte gerufen, und einige waren gekommen. Gestern abend gab's in der "Warpzone":https://warpzone.ms in Münster einen Spieleabend. Zur Auswahl standen zwei Spiele, die beide sehr spannend klangen, aber die Auswahl fiel dann auf "Ursuppe":https://de.wikipedia.org/wiki/Ursuppe_(Spiel), ein Spiel aus dem Verlag "Spiele von Doris & Frank":http://doris-frank.de

Das Spielmaterial ist eher puristisch gehalten. Es besteht aus einem großen Spielbrett auf denen Amöben und Nährstoffe platziert werden. Schon hierbei fällt ein Mechanismus auf, der sich durch das gesamte Spiel zieht und zu einer sehr schönen Spielbalance führt. in der Ursuppe teilen sich nämlich alle Amöben die Nährstoffe, und die sind verdammt knapp. Da macht es also schon einen Unterschied ob man als erster am, noch Urknall-warmen, Buffet steht, oder nur noch die Reste (oder schlimmer, die Verdauungsreste der anderen) auf dem Speisezettel vorfindet.

Gespielt wird dabei nicht in immer gleicher Reihenfolge, sondern in der Regel dürfen die Spieler, die derzeit hinten liegen zuerst zuschlagen. Das hält das Feld eng zusammen, und sorgt bestimmt häufig noch im letzten Zug für einen unerwarteten Sieger.

Ansonsten ist es sehr hilfreich wenn man in diesem Spiel über einen gewissen Spaß an Fäkalhumor verfügt, denn dort wo die Amöben auf dem Spielfeld leben, fressen sie schnell alle Nährstoffe weg, und hinterlassen einen großen Berg ihrer eigenen (sorry!) Scheiße. Jeder ist also stets bemüht nicht in seinem eigenen Mist zu ersticken.

Dazu gibt es mehrere verschiedene Strategien, und jeder Spieler muss seine eigene finden. In der Entwicklungsphase darf man den eigenen Amöben nämlich ein paar Gene mutieren lassen, die Ihnen verschiedene Fähigkeiten verleihen. Ein beliebter Ansatz des gestrigen Abends war es seine kleinen Zappeltierchen mit etwas mehr zielgerichteter Beweglichkeit auszustatten. Standardmäßig können sich diese nämlich nur passiv mit der allgemeinen Strömung in der Ursuppe treiben lassen, oder halbwegs zufällig (Würfelglück) herumzappeln.

Gene könne hier dafür sorgen, das man z.B. aus mehreren Würfeln das Ergebnis aussuchen kann, dass der Amöbe hilft, oder dass man auch schon mal einen vorausschauenden Blick in die nächste Strömungsänderung werfen kann.

Meine Strategie ging in eine etwas andere Richtung , da ich sah, das alle Mitspieler dafür sorgten, das sie mobiler wurden um so schnell überall fressen zu können habe ich versucht meine Amöben möglichst genügsam zu machen, so dass sie auch in einer kargen Umgebung zurecht kommen. Gestern Abend nicht der erfolgreichste Ansatz, aber er zeigte durchaus immer wieder seine Stärken.

So ist das Spiel im Verlauf dann ein ständiges Vermehren und Sterben. Überhaupt entdeckt man schnell philosophische Parallelen zum Leben "Wenn das Geld nicht reicht um hier weg zu kommen, muss ich halt weiter den Scheiß von euch fressen". Ich erwähnte den hilfreichen Fäkalhumor schon, oder?

Insgesamt ein sehr schönes Spiel, dem ich gerne noch etwas mehr Phantasie bei der Materialgestaltung gewünscht hätte. Es erfordert ein wenig Disziplin bei der Einhaltung der sich ständig wiederholenden Spielrunden und der Beachtung der wechselnden Spielerreihenfolge damit die Ausgewogenheit nicht verloren geht, hat aber knapp 4 Stunden lang für eine Menge Spielspaß gesorgt.