Die Metawatch Frame

lassen.

Wenn wir in der "Warpzone":http://warpzone.ms eine Sammelbestellung bei Reichelt absetzen, habe ich es mir zur Gewohnheit gemacht, kurz bevor die Bestellung raus geht, nochmal in die Rubrik Restposten zu schauen. Hin und wieder gibt es dort für wenig Geld veraltete, oder schlecht verkaufte Dinge.

Diesmal wurde eine Smartwatch dort angeboten, die "Metawatch":http://www.metawatch.com von Fossil. So eine Uhr, die sich per Bluetooth mit dem Handy verbindet, wollte ich schon länger mal haben, aber aus zwei Gründen, hatte ich bisher Abstand davon genommen:

Die Uhren sind häufig speziell für ein Handy gemacht, und die Hersteller machen einige Klimmzüge um sicher zu stellen, dass sie auch wirklich nur zusammen mit dem Handy aus dem eigenen Hause benutzt werden können.

Außer der herstellereigenen Software gibt es keine Apps dafür.

In beiden Punkten schien sich die Metawatch hierin zu unterscheiden. Die Uhr stammt von Fossil, und damit wirklich von einem Uhren- und keinem Handyhersteller, außerdem sind alle wesentlichen technischen Daten offengelegt, es existiert ein öffentlicher Programmcode sowohl für die Uhr, als auch für die Software, die auf dem Handy läuft. Wenn man diese Software durch etwas Eigenes ersetzen möchte findet sich das gut dokumentierte Nachrichtenprotokoll, und es wurde auch bereits durch eine funktionierende Community in einem "freien Projekt":http://www.metawatch.org genutzt.

!metawatch.jpg(Gut verarbeitet: Die Metawatch)!

h3. Der Android Metawatch Manager

Als die Uhr dann eintraf, habe ich mir zunächst einmal den offiziellen Metawatch Manager auf mein chinesisches Android Handy geladen. Das funktionierte auch recht gut. Lediglich die Bluetooth Verbindung riss hin und wieder ab, und musste trotz der Einstellung "Bei Verbindungsabbruch wieder herstellen" immer per Hand neu gestartet werden. Eine Software, die mich an Termine erinnert, sofern ich daran denke sie mehrmals pro Tag neu zu starten, ist nicht wirklich das Gelbe vom Ei. Außerdem wurde nur das Google Mail-Konto auf neue Mail überwacht, welches ich aber nicht nutze, also bringt mir diese Funktion auch nichts. Daraufhin habe ich mir mal den Metawatch Manager in der freien Community Edition angeschaut.

h3. Metawatch Manager Community Edition

Auch die quelloffenen Version machte auf den ersten Blich einen ganz soliden Eindruck. Während der "Werks"manager allerdings seine Widgets für Mail, Wetter, etc... bereits in der optisch ansprechenderen Generation 2 Optik Darstellung mit bis zu 4 "Kacheln" pro Bildschirmseite anzeigt, nutzt das Open Source Projekt noch die zeilenorientierte Generation 1 Ansicht. Der Vorteil dabei ist eine bessere Ausnutzung des zur Verfügung stehenden Bildschirms, der mit 96x96 Pixeln nicht eben üppig ist. Die Community löst das hier wirklich elegant dadurch, das Widgets, die im Moment keine Informationen anzuzeigen haben einfach verschwinden. Schon cool! Auch Mailkonten, die über K9 als Mailclient gesteuert werden können hier nun endlich abgefragt werden.

AAAAber, neben den sporadischen Verbindungsabbrüchen, die die Community Edition allerdings souverän selbst wieder herstellt, hatte meine (neueste) Version einen gewaltigen Fehler. Nach einer erneuten Kontaktaufnahme der Uhr mit dem Handy wurde eine beliebige Zeit in der Uhr angezeigt (vermutlich die Zeit des ersten Kontakts mit der Uhr), welche auch nicht wieder hergestellt werden konnte. Dazu brauchte ich dann immer noch die Originalsoftware, die natürlich nicht parallel zur Community Version installiert werden kann, weil sich sonst beide mit der Uhr unterhalten, mit zu erwartenden chaotischen Ergebnissen.

h3. Variante 3: PyMetaWatch

Nachdem die Steuerung über das Handy immer noch nicht zu meiner vollsten Zufriedenheit gelöst ist (ich tendiere zur Open Source Variante, aber das Zeit-Problem muß gelöst werden, immerhin ist es ohne eine akkurate Zeitanzeige nicht einmal eine Dumbwatch), habe ich mich noch umgeschaut, welche Projekte sonst noch durch die gute Dokumentation entstanden sind. Im wesentlichen haben sich einige Programmierer darauf gestürzt das Metawatch Messaging Protocol für diverse Programmiersprachen verfügbar zu machen.

Für Python gibt es dafür "PyMetaWatch":https://github.com/travisgoodspeed/pymetawatch von Travis Goodspeed. Und diese Bibliothek bietet fast alles, was das Programmiererherz begehrt. Alle wichtigen Funktionen sind vorhanden, und so übersichtlich programmiert, dass es leicht fällt für die selteneren selbst Code hinzuzufügen. Die Bluetooth-Ebene wird komplett übernommen, so dass man sich nur noch auf die Kommunikation mit der Uhr beschränken muß, also Seiten senden und Tastendrücke empfangen.

In einem kurzen Versuch war ich in nur 10 Minuten in der Lage die Uhr in eine Fernbedienung für eine Präsentation zu verwandeln. Mittelfristig werde ich die Uhr wohl also eher in Verbindung mit dem PC statt zusammen mit meinem Handy nutzen. Mir schweben dabei, neben der schon erwähnten Fernsteuerung, vor allem Meldungen über die Anzahl ungelesener Mails sowie eine Twitter-Anbindung vor. Und wer weiss, vielleicht kann ich auch ein wenig zur Verbesserung oder Erweiterung von PyMetaWatch beitragen, dem originellerweise stabilsten Projekt der Community.