Die perfekte Bestellung

McDonalds ist ja bekannt dafür, das sie jede Kleinigkeit in ihren Restaurants Schritt für Schritt effizienter machen. Dazu gehört natürlich auch das Geld verdienen, und das passiert an der Kasse. Und mit gut trainiertem Personal ist dort einiges zu holen.

So kam es auch, das nach den frühen Tagen von McDonalds in Deutschland (als noch Umweltgruppen wegen der einzeln Styropor-verpackten Burger vor den Läden protestierten) auch hierzulande zum Alltagsgeschäft übergegangen wurde. Das Personal wurde auf mehr Umsatz trainiert. Plötzlich war es nicht mehr möglich einfach einen Burger zu bestellen, ohne die höfliche Frage "Darf es noch ein Getränk dazu sein?"

Das war für mich dann immer etwas "interrupting" denn mein Kopf war nach meiner Bestellung breits dazu übergegangen das entsprechende Geld im Portemonaie zusammen zu suchen, und mit dieser Zwischenfrage völlig überfordert. Schließlich lag der Parser für Imbissdeutsch bereits wieder sorgfältig verpackt in irgendeiner Hirnwindung für den nächsten Gebrauch. Die Antwort war also bestenfalls "Kein Getränk" oder ein "Gnaahh?" verbunden mit einem Kopfschütteln.

Zur Lösung dieses immer wieder peinlichen Moments bin ich dann irgendwann dazu übergegangen an der "perfekten Bestellung" zu arbeiten. Das ist sowas wie der perfekte Mord, nur das dabei niemand stirbt, außer der Kuh auf dem Burger. Es geht dabei darum eine Bestellung zu formulieren, nach der keine Rückfrage des Personals mehr entsteht.

Zur Hilfe kommt mir dabei der Umstand, das ich sowieso im gleichen Restaurant immer die gleiche Bestellung mache, sobald ich dort etwas leckeres gefunden habe, und zwar solange, bis diese eines Tages von der Karte verschwindet, oder sonstige Mängel bekommt.

BigMacCombo.jpg

Bei McDonalds ist das für mich das große Big Mac Menu mit einer großen Cola und einer Portion Majo auf dem Pommes. (Zu der Art, wie ich die Majo auf die Pommes bekomme, ohne sie mit Druckfarbe in Berührung zu bringen könnte man einen eigenen Artikel schreiben, der ausgedruckt und gerahmt einen Ehrenplatz an der Wand von Sheldon Cooper bekommen würde)

In den Anfangstagen, als der Big Mac noch Big Mäc hieß, war es etwas anstrengender man musste sagen, ob das Menü ein grosses oder kleines sein soll, später wurde dann das kleine Standard, vor einigen Jahren dann das große. Wenn man heute also nur ein Big Mac Menu bestellt impliziert dies bereits ein grosses Getränk und eine große Pommes, sowie eine Soße für die Pommes. Zu spezifizieren ist also nur noch welches Getränk und welche Soße. Bei der Bestellung eines Big Mac Menus kommen dann in der Regel auch exakt diese beiden Rückfragen. Eine recht gute Bestellung ist also schon:

Ich hätte gerne ein Big Mac Menü mit einer Cola und Majo zu den Pommes, bitte.

Obwohl diese Bestellung bereits alle Information enthält gab es überraschend viele Rückfragen, vor allem zu bereits enthaltenen Informationen. Offensichtlich kann diese Bestellung im Hirn der VerkäuferIn also nicht optimal verarbeitet werden (Dabei muß man berücksichtigen, das auch hier das Hirn nebenher andere Aufgaben, wie die Umsetzung in eine Kassensystemeingaben erledigen muß)

Zunächst habe ich also mal den Einstieg erleichtert und allen Höflichkeitsballast entfernt:

Ein Big Mac Menü mit einer Cola und Majo zu den Pommes

Das senkte die Rückfragequote etwa von 50% auf 20%. Dem Hirn ist hier die Aufgabe abgenommen worden den Start der eigentlich Bestellung im Sprachstrom zu finden. Trotzdem hatte es noch unnötige Aufgaben zu erledigen. Einige der Rückfragen die nun neu waren waren so sinnlose Dinge wie "Die Cola mit Majo?". Die kleinen Wörter "mit einer" und "zu den" veranlassten den Bestell-Parser im Hirn offensichtlich dazu das Modul für Objekt-Prädikat-Relationen nachzuladen. Und bei rammelvoller Theke, oder ähnlich hoher Hirnauslastung neigt dieses offensichtlich zu Fehlinterpretationen. Hurra Optimierungspotential.

Ein Big Mac Menü, mit Cola, und Majo

"Zum hier essen?"- DAMN! Mittlerweile hatte das Finanzamt überall umgesetzt, das für im Haus verzehrte Ware andere Steuersätze gelten, als für außer Haus verkauftes. Auf der Kasse war nun eine Taste anders zu drücken und natürlich nur durch eine weitere Information von mir zu entscheiden. Die lange Zeit verwendete Bestellung in der Version 4 (inkl. Steuerpatch) lautete also

Ein Big Mac Menu, mit Cola und Majo, zum hier essen

Damit war die Rückfragequote bei etwa 10% angelangt, und die einzig verbliebene vernünftige Nachfrage, die ich noch bekam war "Ist das alles?" oder "War's das?"

Anfangs habe ich noch versucht ein "das wäre dann alles" hinten dran zu hängen, aber das geht

  • kürzer und
  • mit ungeahnten Vorteilen.

Die aktuell gültige Fassung Version 5 ist also:

Ein Big Mac Menu, mit Cola und Majo, zum hier essen, bitte

Dieses simple Wort am Ende trägt in aller Regel die Information, dass damit die Bestellung abgeschlossen ist, und sorgt außerdem noch für eine nette Atmosphäre in der hektischen Zeit an einer Burger-Brater-Theke. Immerhin sind wir trotz aller Optimierung immer noch alle Menschen, und mögen es menschlich.