Mein Traum-Bezahlmodell für Musik

Vor geraumer Zeit habe ich mal beschlossen, das sich das Vergütungsmodell für Musikschaffende wohl nie ändern wird, solange der Leidensdruck auf die Teilnehmer nicht groß genug ist. Seither hat sich die Verwerterindustrie alle Mühe gegeben ihrerseits diesen Leidensdruck durch Abmahnungen zu erzeugen, warum sollte ich also nicht entsprechend mit meiner kleinen Macht als Nutzer antworten dürfen.

Ich habe also einen recht harten Schnitt durch meine traditionelle Art Musik zu hören gemacht, und mich bewusst nach Wegen umgesehen, bei der ich den Künstler unter Umgehung der traditionellen Verwertungskette möglichst direkt entlohnen kann. Das sind seither im wesentlichem mehr kleine Live-Konzerte und die Musikplattform Jamendo.

Jamendo

Bei Jamendo mache ich es so, das ich je nach Laune ein bis zwei Stunden kurz in alle möglichen Alben rein höre, bis ich etwa 10 interessante Alben zusammen habe. Diese lade ich dann herunter und höre sie dann in der Regel am nächsten Tag am Stück hintereinander weg durch. 75 Prozent der Platten werden dabei wieder gelöscht, weil sie entweder langweilig, nervig, oder doch nicht mein Geschmack sind. Bei diesen Platten zahle ich dann auch nicht. Manchmal merke ich mir aber den Künstler um ihn im Auge zu behalten und mitzubekommen falls er mal was neues macht

Die restlichen 1-3 Alben höre ich dann noch mal ganz in Ruhe, und wenn sie mir dann immer noch gefallen, ist mir das Album damit automatisch schon mal 5 Euro wert, und wandert in meine Musik Sammlung. Bei einigen Alben ist es dann auch so, das ich sie immer wieder raus krame. Die Alben von Roger Subirana z.B. laufen bei mir durchaus mehrfach pro Woche. Wenn ich so was bemerke steigt mein gefühlter Wert einer solchen Platte auf 10 Euro. das ist mein innerer Wert für ein normales Album. Ist eine Platte wirklich großartig wird sie mir ca. 12 Euro wert und ich fange an sie im Freundeskreis zu bewerben.

Flattr

Jetzt ist das mit dem bezahlen so eine Sache. Wenn ich Musik höre sitze ich in der Regel nicht vor meinem Rechner, sondern z.B in der Bahn und frage mich:“Hast Du das Album eigentlich schon bezahlt? Und hast du damals 5 oder 10 Euro dafür hingelegt?” Mein Traum-Bezahlmodell sähe daher wie folgt aus:

Es wäre eine Mischung aus Jamendo und Flattr. Bei Jamendo gäbe ich nur an, welchen Wert das Album für mich hat. Dadurch würde dann automatisch ein Flattr Abonnement für dieses Album eingerichtet, das erst dann endet, wenn dieser Betrag für das Album zusammengekommen ist. Wenn ich diesen Zielwert irgendwann mal erhöhe läuft das Abo eben länger, oder erneut wieder an.

Dadurch besteht natürlich die Gefahr, das ich mir Unmengen von Alben runter lade, die durch die Kleinbeträge von Flattr erst nach 20 Jahren bezahlt wären. Das empfinde ich als nicht mehr gerecht dem Künstler gegenüber. Daher wäre es sinnvoll, wenn Flattr diese Musik Abos ein wenig getrennt trackt, und sobald die Laufzeit für so ein Album ein oder zwei Jahre überschreitet, regelmäßig empfiehlt den Flattr-Beitrag zu erhöhen, damit die Musik in halbwegs naher Zukunft bezahlt ist.. Ich sähe dann auf meiner Flattrübersicht alle Alben die ich gerade abonniert habe mit ihrem Zielwert, und könnte diesen Zielwert jederzeit anpassen, oder auch mal einzelne Alben auf einen Schlag zu Ende bezahlen, wenn ich gerade mal viel Geld übrig habe.

Mein Musikverhalten sähe dann wahrscheinlich so aus, dass ich zwei mal pro Jahr jeweils ein halbes Dutzend Alben in meine Sammlung nehmen, und ausschließlich dafür 10 Euro pro Monat verflattrn würde. Innerhalb eines Jahres wäre also jedes Album mit 10 Euro bezahlt. Wenn eine Platte super ist erhöhe ich deren Zielwert, und der Künstler bekommt automatisch etwas mehr Geld. Wenn ich nach 3 mal hören plötzlich finde, das die Platte ein echter Fehlkauf war, lösche ich sie halt, doch so hat der Künstler zumindest mal seine 2-3 Euro bekommen für die Zeit, in der sie mir Spaß gemacht hat.

Idealerweise würde der Betrag für diese Jamendo-Abonnements separat eingestellt, und sammelt sich auch dann an, wenn gerade kein Album im Abo ist. dann würden nach 6 Monaten ohne Plattenkauf z.b. 12 Alben zu je 5 Euro einfach mal auf einen Schlag davon bezahlt. Wenn ich 2 davon dann einen Monat später auf 10 Euro hoch stufe sind die dann auch schon komplett.bezahlt.

So sähe er aus mein Traum vom von mir direkt bezahlten Künstler.