Das Vlannkuchen Experiment

Im Moment bin ich ja Strohwitwer, und daher neben meiner eigenen Ernährung auch für die vom Töchterlein alleinverantwortlich. Nun bin ich nicht unbedingt der Held an der Herdplatte, und daher gibt es für den Anfang zunächst einmal Speisen die ich problemlos zubereitet bekomme.Später,wenn die nötige Routine zurückgekehrt ist, wird dann wieder mehr nach Rezept gekocht. Eines der ersten Mittagessen (auch weil noch eine Handvoll Äpfel schon ziemlich schrumpelig wurden) war Apfelpfannkuchen, und einen Tag später gab es zu irgendetwas Vanille Vla als Nachspeise. Das brachte meine Tochter wohl auf den Gedanken

Kann man eigentlich auch Pfannkuchen aus Vla machen?

Gute Frage eigentlich. Vla ist ja generell ein Milchprodukt. Also sollte man die Milch auch durch Vla ersetzen können. Ein Blick auf die Inhaltsstoffe brachte jetzt auch nichts, was einem Einsatz für die Pfannkuchenproduktion generell entgegenstand. Als Verdickungsmittel wurde Maismehl verwendet. Das schlimmste Ergebnis, welches ich mir vorstellen konnte, war also, das wir nachher statt eines Weichen Eierkuchens einen harten Taco in der Pfanne haben könnten. Auch nichts dramatisches, also wurde aus der Idee ein Plan, den wir soeben durchgeführt haben.

Das Grundrezept

Ich bin kein Freund von von Angaben in Millilitern oder Gramm. Am allerliebsten sind mir Rezepte, bei denen ich die Zutaten in Tassen oder Löffelmaßen habe. Pfannkuchen kann man sehr schön mit Tassen abmessen. Mein Grundrezept für Zwei Personen pappsatt ist:

  • Eine Tasse Eier
  • Eine Tasse Milch
  • Eine Tasse Mehl

Eine Tasse Eier entspricht dabei gut 6 Eiern je nach Tasse. Da wir heute eigentlich schon gut zu Mittag gegessen hatten, und wir im Zweifel nicht allzuviel Abfall erzeugen wollten haben wir es mit jeweils der halben Menge gemacht. Da ich nicht weiß, ob man unsere Eier nun als große oder kleine Eier bezeichnen kann sieht man auf dem Bild auch das Gewicht der drei Eier. Netto knapp 150 Gramm.

Die Variante

Wie schon erwähnt wollten wir in dem Rezept lediglich die Milch durch Vanille Vla ersetzen. Nicht mit dem ganz tollen, den ich mal in den Niederlanden aus eine Glasflasche bekommen habe, aber der aus dem Tetrapack vom örtlichen Discounter ist ein akzeptabler Ersatz. Die möglichen Fehlerquellen waren vor allem drei Befürchtungen

1. der Teig könnte zu dick werden (Lösung: Mehr Milch!)
2. der Teig könnte durch das Maismehl beim Backen eher tacoartig werden (Lösung: Hey Tacos geil!)
3. der Teig könnte durch den höheren Zuckeranteil zu schnell anbrennen (Lösung: Teig ausreichend dünn auftragen, damit er fertig ist, bevor aus Zucker Kohlenstoff wird)

Beim Anrühren des Teiges stellte sich aber recht schnell heraus, das er ausreichend dünnflüssig wurde, und damit Problem 1 und 3 wohl nicht auftreten.

Die Zubereitung

Die Menge, die wir angerührt hatten reichte für 2 Vlannkuchen in der haushaltsüblichen Dicke, also nicht wie diese hauchdünnen Kirmes-Crêpe, sondern eben “futtern wie bei Muttern”
Beim ersten Exemplar hatte ich doch noch zu viel Angst, das er mir zu braun wird, und habe ihn daher ein wenig zu früh gedreht. Als Ergebnis ist mir der Pfannkuchen beim Wenden zusammengepappt, und konnte auch nicht mehr gerettet werden. Demnach gab es zunächst also keinen Vlannkuchen, sondern eher einen Kaiservlarrn. Ich hab ihn kurzerhand komplett in Teile zerlegt, damit wenigstens alle Teile von allen Seiten braun wurden. Der positive Nebeneffekt dabei war der wirklich sehr leckere Vanille Geruch, der sich in der Küche ausbreitete. Uns beiden lief jedenfalls schon trotz der Mißgeschicks das Wasser im Munde zusammen.

Der zweite Vlannkuchen wurde dann schon deutlich besser. Ich habe ihn nur lediglich im Restfett vom ersten gebacken, und ich bilde mir ein, dass die etwas trockeneren Exemplare sich auch einfach besser wenden lassen. Zumindest klappte er nun nicht mehr einfach zusammen, und wurde dadurch auf beiden Seiten goldbraun. Trotzdem keine Spur vom gefürchteten Taco Effekt. Ich nehme an, das die gesamte Menge an Maismehl dazu einfach zu gering ist. Der Vanille-Duft in der ganzen Küche lies uns auch mittlerweile das Wasser im Munde zusammenlaufen, daher landete Nummer 2 auch Ruck-Zuck auf dem Teller und wir haben uns gemeinsam an die Verkostung gemacht.

Das Fazit

Nun, was soll ich sagen: LANG-WEI-LIG. Sowohl der kleingezupfte, als auch der normale Vlannkuchen schmeckte exakt wie ein ganz normaler Pfannkuchen. Vom Vanille-Aroma war absolut nichts mehr übrig geblieben, weder für die Nase, noch für den Gaumen. Um das ganze noch irgendwie zu retten, haben wir noch versucht, ob man es anderweitig mit Vla aufwerten kann. Wir haben also jeweils einen Klecks Vanille- und Schoko Vla auf die Pfannkuchen gegeben. Schoko-Vla ist sowieso nicht mein Geschmack, aber meiner Tochter hat der Pfannkuchen damit geschmeckt, und auch mein Anteil wurde durch den Vanille Vla durchaus aufgewertet.

Wenn man also unbedingt Vla und Pfannkuchen miteinander verbinden möchte, dann sollte man den Vla einfach am Ende über den fertigen Pfannkuchen kippen, und eventuell vorher noch etwas erhitzen, denn im fertigen Resultat ist der Geschmack ansonsten nicht auszumachen.