Das TARDIS Projekt

Tardis Bild: Tardis - Bestimmte Rechte vorbehalten: AntToeKnee (cc-by 2.0)

Das Problem

Schon seit einiger Zeit nehme ich ja mit Mrs. Hell und auch alleine Podcasts auf. Da es aber bei uns zu Hause regelmäßig zu trubelig dafür ist, mache ich das in der Regel nach Feierabend vom Arbeitsplatz aus. Nur ist mein Büro recht groß und leer, so dass es dort ziemlich hallt. Das ist kein Problem, solange ich die preisgünstigen Gamer-Headsets verwende. Sobald ich aber auf die guten Mikrofone zurückgreifen möchte, hört man das recht gut. Das hat mich bisher immer davon abgehalten, sollte aber kein Dauerzustand werden.

Die Idee

Die erste Idee war es eine Art Reflektor um das Mikrofon zu bauen. Nur soll dieser den Schall nicht wirklich reflektieren, sondern eher das Gegenteil davon. Der Schall soll geschluckt werden. Allerdings kommt dann immer noch der Schall an, der von den großen Bürowänden hinter mir zurückgeworfen wird. Eigentlich bräuchte man also eine Art kleiner Kabine in die man sich hineinsetzen kann. Ich kann mich noch erinnern, dass Annik Rubens in einem ihrer ersten Podcasts mal erwähnte, das sie im Kleiderschrank aufnimmt. Das wird sich mittlerweile evtl geändert haben, aber es funktionierte ganz gut.

Der Plan

Ich habe mir also eine Weile Gedanken darum gemacht, wie ich eine Kleine Kabine um mich herum bauen kann, so daß ich die nach der Aufnahme auch immer wieder abbauen kann. Aber ich kam damit auf keinen grünen Zweig. Die Konstruktionen waren immer zu groß, um sie mal eben im Büro unterzustellen. Dann stieß ich durch Zufall beim Surfen auf jemanden, der sich eine TARDIS im Maßstab von ca 1:2 nachgebaut hat, und da machte es Klick. Ich wollte schon immer eine TARDIS besitzen, und sie bietet ausreichend Platz um sich mit Mischpult, Monitor und Mikrofonen hinein zu setzen. Die Wände lassen sich mit Schaumstoff verkleiden, was für einen brauchbare Kleiderschrank-Akustik sorgen sollte.

Im Netz fanden sich Angaben zu Originalgröße, Farbe, und sogar ein paar Rudimentäre Skizzen des Menschen, der das Modell gebaut hatte. Also habe ich eine Woche damit verbracht die Maße des Modells auf die Originalgröße zurückzurechnen, und bei der Gelegenheit auch gleich auf passende metrische Abmessungen zu bringen. Zunächst als kleine Detailskizzen, später habe ich dann festgestellt, das ich nicht besonders gut mit 2D-Skizzen arbeiten kann, weil mir die nötige Vorstellungskraft fehlt, um zu sehen, ob das auch in 3D funktioniert. Ich bin also wieder auf eine Methode umgestiegen, die mir früher schon beim Bau unseres Hauses geholfen hat:

Raytracing

Beim Raytracing geht es darum dreidimensional Körper so realistisch wie möglich darzustellen, also mit Licht und Schatten, und auch der Standort des Betrachters lässt sich nach Belieben einstellen. Ich habe die Maße nach und nach in die entsprechenden Beschreibungen von Wänden, Säulen und Hockern umgesetzt, um dann mittels POVRAY innerhalb von ca 30 Sekunden eine perspektivische Ansicht des Projekts zu bekommen.

Tardisbuilders.com

Beim Versuch genauere Informationen dazu zu bekommen, wie denn genau die Lampe auf dem Dach aussieht, bin ich auf ein Youtube-Video von sillysparrowness gestoßen, indem sie nicht nur erklärt, wie sie ihre eigene TARDIS gebaut hat, sondern mich auch noch auf die das Webforum tardisbuilders.com aufmerksam gemacht hat. Das gelobte Land! Hier treffen sich noch mehr Menschen die genau so bekloppt sind wie ich.

Neben den ca 8 qm Holz, die bereits in meinem Kofferraum lagern (Mehr hatte der Baumarkt leider nicht mehr, dafür haben sie es mir dort bereits fertig zugeschnitten) habe ich bereits die Farbe und ein paar Kleinigkeiten wie Scharniere und Schrauben. Das restliche Holz werde ich dann in der nächsten Woche kaufen. Am 7.7. kann es dann losgehen, denn dann habe ich 3 Wochen Urlaub, den ich im wesentlichen Zuhause verbringen werde. Zeit genug hoffe ich um am Ende in meiner eigenen Tardis (Transportable Audio Recording Dungeon in Style) zu sitzen.