S.N.O.W.D.E.N.

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Seit Edward Snowden uns alle noch einmal recht nachdrücklich darauf aufmerksam gemacht hat, wie offen wir für die Geheimdienste sind, werde ich sogar von nicht besonders an Computern interessierten Menschen besorgt gefragt “Ist denn wengistens Facebook noch sicher?” Kurz: Nein ist es nicht! War es auch nie, Aber das soll hier auch nicht das Thema sein.

Ich habe eine Menge Leute für die war das Internet früher gleichbedeutend mit AOL. Dort wählten sie sich ein, und blieben dann auch innerhalb dieses digitalen Soziotops. Für die gleichen Menschen ist das Internet heute gleichbedeutend mit Facebook. Dank einer App auf dem Telefon brauchen sie sich nicht mal mehr einwählen, Das Internet hält die Verbindung zu den Mitmenschen, den Rest macht die Google Suche.

Facebook (aber auch Google+) mit seiner zentralisierten Struktur macht es der Überwachung allerdings auch besonders leicht. Alle Daten sind bei einer einzigen Firma anzufordern, und die darf einen noch nicht einmal darüber unterrichten. Es gab in der Vergangenheit schon einige Versuche diese zentrale Struktur aufzubrechen. Der letzte erfolgreiche war wohl Diaspora. Bei diesem sozialen Netzwerk konnte man sowohl einfach teilnehmen, als auch selbst einen Knotenpunkt betreiben, und damit die komplette Kontrolle über seine eigenen Daten auf dem eigenen Server behalten. Durchgesetzt hat es sich nie wirklich. Der Leidensdruck sich als Gruppe woanders hin zu bewegen (und nur so wird es zu einem Wechsel kommen) war einfach nie groß genug.

Während meiner täglichen Rollerfahrten habe ich mich mal gefragt, wie denn eigentlich ein wirklich sicheres sozialas Netzwerk beschaffen sein müsste, dem der gemeine Crypto-Nerd vertrauen würde, das aber dennoch benutzbar bleibt. Dabei war es im wesentlichen das folgende:

  • Die eigene soziale Vernetzung sollte nicht außerhalb des eigenen Rechners abgebildet sein.
  • Optimalerweise sollte NICHTS auf einem anderen Rechner liegen
  • Ende zu Ende Verschlüsselung

Daneben gibt es ach noch eine Menge soziale Komponenten, die wahrscheinlich dazu führen, das es nicht wirklich funktioniert, aber das soll zunächst mal egal sein. Ein solches Netzwerk habe ich bereits auf meinem Rechner, es ist meine E-Mail. Die kann ich verschlüsselln, mein Adressbuch bildet mein soziales Netz ab, und ich kann dort sogar Gruppen bilden.

Der Techniker in mir schreit jetzt natürlich sofort auf: “Aber das skaliert doch nicht”. Auf hochdeutsch bedeutet das, dass es mit ein paar Handvoll Leuten so funktionieren kann, aber was macht bitteschön ein Popstar mit seinen mehr als 1,5 Mio. Fans? Darauf fällt mir eigentlich nur eine Antwort ein “Das ist mir scheißegal” Es geht hier darum unser reales soziales Netzwerk abzubilden, und solange Justin Bieber mit mir noch kein Bier getrunken hat, und dabei nett rüberkam gehört der nicht zu meinem Netzwerk. Wenn der Papst allen Katholiken etwas mitteilen will, soll er sich ein Blog anlegen, wenn ich ihm dann followen will aboniert mein Programm seinen RSS-Feed, ganz wie in alten Tagen.

Jemand sollte das mal programmieren. Vielleicht machs ich sonst eines Tages. Und das wollt ihr nicht.

Einen Namen hat die Idee in meinem Kopf auch schon: Social Network Of Worldwide Distributed Encrypted Netmailnodes, kurz S.N.O.W.D.E.N.