DuckDuckGo - Unterwegs im Internet mit der Ente

Kategorie Computer Bild: Kategorie Computer - Bestimmte Rechte vorbehalten: Andy Drop (cc-by 3.0)

Spätestens seit dem das Wissen um die allumfassende – und bis auf weiteres auch andauernde – NSA-Überwachung, wird vielen Menschen bewusst, wieviel sie eigentlich den Suchmaschinen über sich verraten. Dabei gibt es Alternativen.

Der derzeit unvermeidbare NSA-Aspekt

Allerdings sollte jedem dabei bewusst sein, dass diese alternativen Suchmaschinen zwar eine gewisse Privatsphäre wahren, die Lösung gegen die Totalüberwachung stellen sie jedoch nicht dar. Da der Betreiber seinen Firmensitz in den USA hat unterliegt er eben auch US Recht, und kann mit einer simplen Anforderung beim Geheimgericht FISC zur Herausgabe aller Daten gezwungen werden.

Dieser Gefahr versucht DuckDuckGo dadurch zu begegnen, das es weder die IP, noch die Suchanfragen der Besucher überhaupt speichert. Da solch Aussagen im wesentlich auf Glaubwürdigkeit und Korrumpierbarkeit beruhen, und beides im Umgang mit Geheimdiensten nicht als vorausgesetzt betrachtet werden sollte, möchte ich DuckDuckGo auch nicht als die Lösung des NSA-Problems anpreisen. Da müsste ich dann doch meine Regierung in die Verantwortung nehmen abernaja

Die Filterblase

Das erste, was mir auffiel, nachdem ich meine Startseite, die Standardsuchmaschine im Firefox und die Standardsuche der Adresszeile umgestellt hatte, war, dass sich die Ergebnisse schon erheblich von den Google Ergebnissen unterschieden. Anfangs war es ein “Och Nöö, unbenutzbar” Gefühl, das ich aber ein paar Tage auf mich wirken gelassen habe.

Die Ergebnisse wurden spürbar besser, wenn meine Suchanfragen auf englisch formuliert waren. Mit der Einstellung der bevorzugten Ländereinstellung wurde das nochmal deutlich besser. Der restliche Unterschied ist recht eindeutig auf das zerbröseln der Filterblase zurückzuführen. Google hat im Laufe der Zeit eine Menge über mich gelernt, und passt die Ergebnisse dadurch an mich an. Wenn jemand anderes nach Chips sucht sieht er vielleicht zuerst die Seiten von Chio, oder Bahlsen. Ich bekomme zunächst die Seiten von Computerchip-Herstellern angezeigt, weil ich eben häufig nach Begriffen aus der EDV gegoogelt habe. Durch dieses Filtern der Suchergebnisse bildet sich eine Filterblase, in die schließlich nur Dinge eindringen können, für die ich mich sowieso schon interessiere, und die meinen persönlichen Vorlieben entspreche.

Da DuckDuckGo aber meine alten Suchanfragen nicht speichert, oder sogar auswertet, gibt es die Filterblase hier nicht, und ich bekomme plötzlich auch ganz andere Seiten vorgeschlagen. Das ist zunächst gewöhnungsbedürftig, aber durchaus erwünscht.

Die Oberfläche

Bereits bei der Oberfläche konnte DuckDuckGo bei mir dann richtig punkten. Das Haupteingabefenster ist ähnlich schlicht, wie das von Google Außer dem Suchfeld und dem Firmenlogo findet sich dort nicht viel.
Die Suchergebnisse haben da schon mehr zu bieten. Die angenehmsten Dinge waren für mich:

  • Die Ergebnisliste ist komplett mit der Tastatur zu bedienen
  • Sogar die VIM Steuerung (j,k) funktioniert
  • Die Breite und die Schriftart ist einstellbar
  • Trefferseiten öffnen sich auf einem neuen Tab

Optisch finde ich die Seite sehr gefällig. Ich sehe, welchen Treffer ich gerade ausgewählt habe und kann sehr schnell viele Treffer im Hintergrund öffnen, während ich weiter durch die Treffer gehe.

!Bang

Er hat ’ne Ente ins Gesicht gekriegt, bei zweihundertfünfzig Knoten.

Das Geräusch mag sich zwar auch nach BANG anhören, aber das ist hier nicht gemeint. DuckDuckGo bietet neben der normalen Suche auch einige Sonderfunktionen an, mit denen man schneller zu seinem gewünschten Ergebnis finden kann.

So ist die Bildersuche, die DDG leider nicht bietet, einfach durch ein vorangestelltes !gi (Google Images) oder !flickr zu erreichen. Ich lande dann direkt in der Ergebnisseite der betreffenden Website. Ähnliche Suchkürzel gibt es für hunderte von Websites. Ein !fefe vor der Suche bringt mich sofort zu den Treffern in Fefes Blog Wenn man ein entsprechendes Suchinterface anbietet kann man sich sogar selbst dort ein Kürzel einrichten, wie es z.B.der Commander1024 mit seinem Blog unter !c1024 getan hat.

DDG ist in der Hinsicht auch sehr aufgeschlossen, was Zusatzprogrammierung angeht. Die Liste der via !bang direkt zu erreichenden Seiten steigt dadurch ständig, und man kann Stunden damit verbringen sich hin und wieder ein neues kleines Suchhighlight anzugewöhnen. Ich benutze seither sogar hin und wieder mal Wolfram Alpha, wenn ich nach Zahlen und Statistiken suche.

Fazit

Alles in allem ist DuckDuckGo also eine Suchmaschine, die sich zwar anders anfühlt, aber durchaus sehr brauchbare Ergebnisse liefert. Besonders wenn man sich mal in die Extras einarbeitet, die DDG zu bieten hat ist sie einen Wechsel von Google schon Wert. Die NSA wird man dabei natürlich nicht los. Das muß einem schon ein Wechsel der Regierung Wert sein.

Zwei kleine Anmerkungen noch: Der Name DuckDuckGo stammt vom Kinderspiel “Duck Duck Goose”, das etwa wie Der Plumpssack geht um gespielt wird. Und außerdem ist mir immer noch kein Verb wie “googlen” eingefallen, “ducken” geht ja wohl nicht.