Cirque du Soleil im Kino

Unter art, movie | von Andy Drop | Kommentare

Ich muss gestehen, dass die Faszination für den 3D-Film sich mir noch nicht vollständig erschlossen hat. Das mag daran liegen, dass ich aufgrund eines Sehfehlers im echten Leben kaum räumliches Sehen besitze, und mir die oft übertrieben eingesetzten 3D-Effekte daher sehr unnatürlich erscheinen. Um so begeisterter bin ich aber, wenn einfach mal ein Film erscheint, in der die 3D-Kamera einfach als das eingesetzt wird, was sie ist – eine Kamera. Sie soll meinen Blick auf das Geschehen übernehmen, und nicht mehr, geführt durch einen Kameramann, und nicht durch einen Special-Effects-Menschen.

Einen solchen Film habe ich nun nach langer Zeit mal wieder im Kino gesehen: Cirque Du Soleil – Worlds Away

Im Prinzip ist es keine Neuigkeit eine Zirkusvorstellung zu verfilmen. Der Cirque du Soleil hat das selbst schon allein fürs Kino 3 mal getan, dazu kommen noch verschiedene Vorstellungen, die als DVD erhältich, und auch regelmäßig im TV zu sehen sind. Ich kenne nur zwei oder drei der dort ausgestrahlten Vorstellungen, daher kann ich nicht beurteilen, wie viel aus dem jetzigen Kinofilm dort schon zu sehen war, aber ich kannte etwa ein Drittel der dort gezeigten Nummern.

Trotz allem hatte dieser Film jedoch wieder seinen unverwechselbaren Reiz. Zum einen sind die “Zirkusnummern” des Cirque anders als das, was man sonst aus einer Manege gewohnt ist. Selbst das typische Konzept einer Manege wird hier komplett aufgelöst und völlig neu mit einer unglaublichen Menge an Hightech wieder zusammengesetzt. Ein Bühnenboden, der sich komplett in die senkrechte stellen lässt wird da zu einem winzigen Detail.

Diese Einzelnummern aus einem guten halben Dutzend verschiedener Produktionen werden also durch eine lose Rahmenhandlung zusammengefügt, in der eine junge Frau sich in einen Luftakrobaten verliebt, und ihm durch immer bizarrere Fantasiewelten folgt. Dabei kommt der Film weitgehend ohne Sprache aus, alle Figuren haben zirkustypisch eine mächtige Körpersprache und eine ausdrucksstarke Mimik.

Insgesamt waren es unterhaltsame 90 Minuten ür mich als Fan des Cirque. Ich habe Ausschnitte aus bisher unbekannten Vorstellungen gesehen, und preiswerter als ein echter Besuch war es allemal. Man sitzt zwar nicht wirklich mittendrin, doch dank der 3D Technik ist man näher am Artisten, als auf den erschwinglichen Plätzen der Show.