Das Barcamp Ruhr 6 hat sich gut angefühlt

Wer die Folge 11 des NachtNerd-Podcasts gehört hat, wird sich noch erinnern können, das ich ja durchaus mit gemischten Gefühlen nach Essen gefahren bin. Einerseits habe ich mich gefreut die Leute, die ich sonst nur über Ihre Blogs und Twitter-Accounts kenne, mal persönlich zu treffen. Andererseits wäre es nicht das erste Barcamp auf dem sich bei mir recht schnell dieses Gefühl eines Overloads einstellt. Und das nicht aufgrund der Menge an Themen und Inhalt (die ist auch gewaltig), sondern wegen der Menge an Leuten und Gesprächen, in die man automatisch verwickelt wird.

Völlig ohne Overload ist es leider auch diesmal nicht gegangen, aber immerhin schlug der erst nach Abschluss der Sessions zu. Ein Grund dafür wird sicherlich die reichhaltige Möglichkeit zum Entspannen sein, die die Location – das Unperfekthaus in Essen – anbietet. Ich habe den Nachmittag damit gut durchgestanden, das ich auf heiße Vanille-Milch umgestiegen bin, und mich innerlich mit Stricksocken an einen Kachelofen verkrümelt habe.
Außerdem waren auch die Menschen sehr cool. Als der Overload akut wurde, habe ich mich mitten in der beginnenden Party in einen Ohrensessel am Rande verzogen und dem Treiben einfach von dort aus zugesehen. Hin und wieder schaute mal jemand rüber, aber insgesamt scheint es unter Netzmenschen eine großes Verständnis für persönlichen Ruheraum zu geben. Niemand kam rüber, und wollte mich unbedingt in ein Gespräch verwickeln, oder ähnliches.

Dann gab’s natürlich noch ein paar schöne Gespräche. Ich habe Marc wieder getroffen, der vor langer, langer Zeit mal Teilnehmer (Point) in einer FidoNet-Mailbox (BBS) war, die ich betrieben habe. Wie das alte Netzsprichwort schon sagt: “Am morgen ’nen Point und der Tag ist dein Freund”
Ute war super, die sowohl meine diesjährige Lieblingssession gehalten hat – “Was können wir aus dem Film ‘Der Pate’ für Vertrieb und Marketing lernen?” als auch Zeit für einen kurzen Talk am virtuellen Lagerfeuer des NachtNerd gefunden hat.
Anke hat mich in der halben Stunde, die wir gemeinsam am Check-In verbracht haben, amtlich neidisch auf ihre letzte Reise mit einem echten Windjammer gemacht.
Dank Balu weiß ich nun, das es tote Pferdeköpfe auch als Plüschtier gibt, und wer noch nie gehört hat, wie ein ganzer Raum voller vermeintlicher Nerds lauthals das Buffy-Musical… singt…, hat echt was verpasst.

Schlussendlich habe ich dann auch noch selbst eine kleine Session gehalten, wenn auch nur mit einem Gast, das ganze wurde also schnell ein gemeinsames Fachsimpeln zum Thema “Bloggen mit statischen Webseiten” und es war echt toll.

Als Fazit war es also genau das, was ich speziell am Barcamp Ruhr so mag. Diese Mischung aus Klassentreffen und Klassenfahrt. Ein 2 Tage andauernder entspannter Wahnsinn, mit unglaublich netten Leuten, unter denen ich mich sauwohl gefühlt habe.

An dieser Stelle einen Dank an Stefan und die Sponsoren des Barcamps für die schöne Zeit.