Mein neuer Acer Aspire 7739 und Linux

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Meine Wahl war von vornherein klar. Ich wollte einen Laptop der maximal 450 Euro kosten darf, mit Linux klarkommt, 4GB Arbeitsspeicher und eine mindesten 120 GB große Festplatte hat. Dann gabs da noch ein paar kleine Ausschlußkriterien. Mir kommt z.B. kein Sony Gerät mehr ins Haus, seit mein Sony Fotoapparat meint jedesmal mit mir zu meckern, wenn ich den von Sony lizensierten NoName Akku reinstecke. Sorry Jungs das ist das Gegenteil von Kundenbindung. Und um bei HP zu kaufen habe ich lange genug bei Mela mitgelesen. Alles andere war möglich.

Der Acer Aspire gefiel gleich mit einem Preis von 399 Euro und vorinstalliertem Linux. Das entpuppte sich bei der Lieferung zwar als Meego Linux (Linux und Meego verhalten sich zu einander etwa so wie Fischertechnik und Lego Duplo) aber es war ein Hinweis auf die generelle Verträglichkeit miteinander. Das Betriebssystem wurde sowieso sofort durch die von mir favorisierte Linux Mint Debian Edition abgelöst, welche auch nach kurzer Zeit wie gewohnt arbeitete.

An der Stelle sei den Windowsbenutzern mal kurz vorgeschwärmt, wie nett es ist mal eben das Backupskript abzufahren und sämtlichen Programme mit den eigenen Einstellungen wieder auf dem neuen Rechner vorzufinden. Hach. Aber ich schweife ab.

Es gab natürlich auch Probleme. In diesem Fall waren es genau zwei davon.

  • Wenn ich mal ein paar Sekunden einfach nur auf einer Internetseite gelesen habe. Brauchte der Rechner eine Weile um auf den nächsten Tastendruck zu reagieren.
  • Die WLAN Verbindung war mehr als schlecht. Download bliebe aus unerfindlichen Gründen hängen. Webseiten luden sich nur ruckweise.

Lustigerweise war die Lösung in beiden Fällen ähnlich. Das Energie-Management war sehr aggressiv eingestellt. Die Festplatte legte sich bereits nach etwa fünf Sekunden Inaktivität schlafen, und benötigte zwei Sekunden um wieder hoch zu drehen. Das war die Verzögerung, die ich bemerkt hatte. Nun das Energie-Management wird bei Festplatten unter Linux mit hdparm eingestellt, und wenn man nicht gerade eine alte Festplatte hat, ist das auch so ziemlich das einzige, wofür das Programm sich noch benutzen lässt.

Die Festplatte

Also flugs ans Ende der /etc/rc.local ein

hdparm -B 128 /dev/sda

eingefügt, und fertig war die Laube.

Das Netzwerk-Problem

Die Unregelmäßigkeiten des WLAN waren schon schwieriger, da ich zunächst herausbekommen musste, wo es denn genau hakt. Da es sowohl am heimischen, wie auch an fremden Netzen die gleichen Probleme gab, war auf jeden Fall der Rechner schuld, und auch nur auf dem Funkweg. Eine Verbindung mit angeschlossenem LAN-Kabel machte keine Schwierigkeiten.
Nachdem ich das ganze dann durch ein wenig Herumprobiererei auf den Treiber des Atheros Chips eingegrenzt hatte, hab ich mich einfach im IRC schlau gefragt (beim Programmierer des Treibers) und der entscheidende Hinweis war es auch hier das Energie-Management abzuschalten, das es die Karte schlafen legte, wenn keine Daten gesendet wurden. Wenn ich regelmäßig PINGs sendete, dann hatte ich nämlich eine ganz passable Verbindung, weil das die Karte wach hielt.

Hier habe ich mir dann eine Datei /etc/NetworkManager/dispatcher.d/02ifupdown erstellt (als Kopie der 01… Datei)

#!/bin/sh -e
# Script to dispatch NetworkManager events
#
# Runs ifupdown scripts when NetworkManager fiddles with interfaces.
# See NetworkManager(8) for further documentation of the dispatcher events.

if [ -z "$1" ]; then
    echo "$0: called with no interface" 1>&2
    exit 1;
fi

# Fake ifupdown environment
export IFACE="$1"
export LOGICAL="$1"
export ADDRFAM="NetworkManager"
export METHOD="NetworkManager"
export VERBOSITY="0"

# Run the right scripts
case "$2" in
    up|vpn-up)
	exec iw wlan0 set power_save off
	;;
    down|vpn-down)
	;;
    *)
	echo "$0: called with unknown action \`$2'" 1>&2
	exit 1
	;;
esac

Jetzt läuft der Rechner genau so rund wie sein Vorgänger, und da ich zunächst nicht wusste, ob der Rechner gut oder böse ist, hatte er auch schnell seinen Namen: datalore